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Mehr als eine Erkrankung der Mundhöhle: Netz-Werk-Kongress Interdisziplinäre Parodontologie findet in Karlsruhe statt

Unter dem Thema "Parodontitis chronica ist keine Erkrankung der Mundhöhle, sondern eine Systemerkrankung" geben rund 30 Referenten verschiedener Fachdisziplinen am 23. und 24. April 2010 ihr Wissen in Karlsruhe weiter. Ausrichter ist die Internationale Gesellschaft für Ganzheitliche ZahnMedizin e.V. (GZM).

Netz-Werk-Kongress Interdisziplinäre Parodontologie findet in Karlsruhe stattParodontitis als reine Erkrankung der Mundhöhle zu betrachten, ist zu kurz gegriffen, sind sich die Experten der GZM sicher. Dr. Wolfgang H. Koch, zweiter Vorsitzender der GZM: "Wir haben es bei der Parodontitis mit einer Infektionskrankheit zu tun, die zu einer überschießenden, lokalen Entzündungsreaktion führt." Damit sich Bakterien überhaupt ansiedeln könnten, müsse grundsätzlich ein dafür "günstiges Milieu" in der Mundhöhle vorhanden sein, so Dr. W. H. Koch. Nur wenn der Organismus abwehrgeschwächt sei, könne Parodontitis entstehen. Das bedeute, dass die Ursachen außerhalb der Mundhöhle zu suchen seien.

Ursachen der Entstehung können Übersäuerung des Gewebes, Eiweiß-Mast und unter anderen auch Nikotin-Abusus sein, die das Gesamtsystem stören. Die Erkenntnisse legen nahe, dass eine zahnärztliche Säuberung der Zahnfleischtaschen als alleinige Therapie nicht ausreicht. "Die interdisziplinäre Arbeit ist also geboten", sagt Dr. Koch.

Das Kongressprogramm deckt die gesamte Bandbreite der aktuellen Parodontologieforschung ab und teilt sich in vier thematische Bereiche auf: Grundlagen, PAR Fundamental, PAR Natural, Implantat Spezial und PAR Spezial.

Die Grundlagenreferate werfen den Blick aus systemischer, psycho-neuro-immunologischer und der immunologischen Sicht auf die Parodontitis. Im Bereich PAR Fundamental werden allgemeine Gesundheitsrisiken und beispielsweise die Lasertherapie behandelt. Alternative Behandlungsmethoden und ein erweitertes Verständnis bei der Betrachtung von Erkrankungen der Mundhöhle rücken im Schwerpunkt PAR Natural in den Fokus. Innerhalb des Themenschwerpunkts Implantat Spezial gehen die Referenten auf die Titanverträglichkeit ein und geben einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen in der Implantologie. Abgerundet wird das Kongressprogramm durch Therapiemöglichkeiten wie der photodynamischen Therapie, der Aromatherapie, der Homöopathie und der Phytotherapie, die unter der Rubrik PAR Spezial zusammengefasst werden. An beiden Kongresstagen werden unterschiedliche Workshops zu den Kongressinhalten angeboten.

Weitere Informationen unter  www.netz-werk-medizin.de